Auf

diese Gegend habe ich mich gefreut. Wir fahren zuerst nach Mostar. Von Dubrovnik her kommend, ist das eine kurze Sache. Wir richten uns auf dem Campingplatz „Mali Wimbledon“ ein. Ein paar Minuten von Mostar weg.

Um diese Zeit ist da rein gar nichts los. Wir stehen alleine.

Inhalt:

01:02

Wir schaffen es wieder einmal nicht der Hauptstrasse zu folgen, verfahren uns und finden dafür diese alte Strasse mitten in der Pampa. Die macht was her und wird ein Bestandteil der Eröffnungssequenz für fast jede Episode.

Und etwas aufgehübscht im Trailer.

01:09

Mostar erhält einen speziellen Platz in dieser Episode. Wir verwenden die Brücke als Sinnbild, lassen uns beim kleinen Cafehaus bei der Brücke etwas wahrsagen und die drei munteren Damen aus der Türkey reisen ohne ihre Männer, die seien zu anstrengend.

Diese Musikanten sind aus der Türkey, wir treffen die in Sarajevo wieder.

Kaffeesatz lesen…

04:32

Unweit von Mostar sprudelt eine gewaltige Quelle frisches Nass zum Berg raus. Der Fluss der hier seinen Anfang nimmt, heisst Buna. Und ein Derwischhaus steht da auch seit langer Zeit. Archäologische Ausgrabungen bestätigen, hier liegen Überreste einer spätantiken Infrastruktur drunter.


Im Mittelalter, noch vor der Zeit der Osmanen, war dieser Platz von kultureller und religiöser Bedeutung. Die erste schriftliche Erwähnung wurde 1664 von Evlija Celebija in seinen Reiseberichten gemacht, zu einer Zeit in der dieser Ort schon im gesamten Osmanischen Reich bekannt war.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Aktivitäten der Derwische offiziell verboten. Die Anlage war dem Verfall nahe. 2012 bis 213 wurde wieder renoviert und neu aufgebaut und wir sehen uns das mal an.

Nahe am Islam gebaut heisst Schuhe ausziehen, Kopftuch überbinden und rein in die Gebäude. Der Eiintritt kostet kaum was.

06:02

2 Minuten Geschichte von Bosnia und Herzegovina. Ich musste ein paar mal umschreiben. Natürlich bereiteten wir uns vor, reisen wir im Auftrag irgendwo hin. Vor Ort recherchiert, schauts dann gern auch mal dezidierter aus.

Rückübersetzung von Farsi, ohne den Text gross zu redigieren. So tönt das dann also:

Ein Land im Südosten Europas mit den Nachbarländern Kroatien, Serbien und Montenegro.

Wenn Sie eine Vorstellung von seiner Größe haben möchten, es ist 32-mal kleiner als der Iran und mit nur 3 Millionen zweihundertneunundachtzigtausend Einwohnern.

Amtssprachen sind Bosnisch, Kroatisch und Serbisch.

Ein Land mit einer alten und bewegten Geschichte das im Laufe der Jahre verschiedene Herrscher und Könige gesehen hat. Die einflussreichsten Herscher bezüglich Kultur und Tradition dieses Landes, waren die Osmanen.

In Sarajevo haben am 28. Juni 1914 zwei Pistolenschüsse die Geschichte verändert. Der österreichisch-ungarische Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau wurden am 28. Juni 1914 erschossen. Diese Tat rückt die Stadt Sarajevo in den Mittelpunkt und führt wie ein Domino in den Ersten Weltkrieg.

Kaum war dieser Krieg vorbei, tobte der 2. Weltkrieg.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Josip Broz, bekannt als Marschall Tito, die wichtigste Figur in Jugoslawien.

Mit Hilfe der Jugoslawischen kommunistischen Partisanen kämpfte er gegen alles und jeden, um seinen Traum von der Gründung der „Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien“ 1946 zu verwirklichen. Bosnien und Herzegovina wurden eine der Republiken dieses Landes.

1992 endete auch dieser Traum und markierte den Beginn eines weiteren grausamen Krieges bis 1995, der als Bosnienkrieg bekannt ist. Nach dem Zusammenbruch Jugoslawiens Anfang 1992 erklärte sich die Republik Bosnien und Herzegovina als eigenständig und dieser Schritt markiert den Beginn eines weiteren blutigen Krieges, der drei Jahre dauerte und als Bosnienkrieg bekannt ist.

Wenn ich mir das Beispiel von Sarajevo ansehe, bewundere ich das Konzept von Hoffnung und Moral. 1’425 Tage lang wurde diese Stadt von bosnisch-serbischen Einheiten belagert.

Der Lebenswille der Menschen war größer als die Artillerie um die Stadt.

Es wurden Hochzeiten gefeiert und sogar ein Miss-Sarajevo-Wettbewerb abgehalten. Die Menschen taten alles, um den Glauben an sich selbst nicht zu verlieren.

Und nun?

Überzeugen Sie sich selbst. Menschen aller Religionen haben das Leben nicht verlernt, es ist unglaublich. Das Leben geht schließlich weiter.

Und jetzt, nach 30 Jahren, ist dieses Land zu einem sicheren und friedlichen Ort mit lebhaften und hoffnungsvollen Menschen und einem sehr schönen und gut besuchten Land geworden.

Die Verhältnisse sind dermassen kompliziert und auf altem Mist herangewachsen, nicht mal in zwei Stunden Sendung kriegt man das einigermassen gebacken. Und was wir nicht erwähnt haben, es köchelt weiter hier im Balkan. Und eine eigenartige Sehnsucht nach einem neuen Tito kann man ausmachen. Früher war eben alle besser. Oder auch nicht.

08:36

Wir verlassen Mostar und die Geschichte und fahren jetzt nach Sarajevo.

Unterwegs müssen wir anhalten, solche Leckereien wollen ausprobiert sein.

Und wir parken in Sarajevo dort, wo mal die Kanonen gestanden haben um die Stadt zu beschiessen. Der Betreiber vom Stellplatz hat alles verloren und baut wieder auf.

Wir fahren entweder mit dem alten Bus runter in die Stadt, oder mieten uns ein Taxi. Einmal sind wir mit Sack und Pack auch runter gelaufen. Aber nicht wieder hoch. Caspar mag beides. Oben bleiben und rum schnüffeln, oder auf dem Parkplatz stehen und pennen.

10:30

Ein paar Bilder und Infos über die Stadt können garantiert nicht schaden.

11:18

Wir treffen in der Karavanserei von Parviz Mohamadi ein. Dazu gehört auch ein Teppichgeschäft. Teppiche so weit das Auge recht.

Und ich liebe diese wunderbaren Teppiche die locker auch mal das kosten was ein gutes Auto kosten tut. Teppiche dieser Art zeigen Bilder, erzählen Geschichten. In der Karavanserei finden sich an den Wänden sogar noch Schriften an den Wänden, in Farsi.

Wir führen vor dem Interview immer ein Vorgespräch. Während diesem Gespräch bis weit in die Nacht hinein, stelle ich bereits im Kopf den Film um. Seine Aussagen lassen sich kaum in 6 oder so Minuten reinpressen.

Was anschliessend gesendet wurde, basiert auf 90 Minuten Interview. In vielen Fällen fordert die Realität ihr Opfer. Das Reiseprogramm ist zeitlich beschränkt.

22:14

Wir haben Durst und verziehen uns in eine der zahlreichen Musikbars.

23:02

Wir haben immer noch Durst und suchen nun ein Teehaus. Maps ist eine praktische Sache und führt uns zum Teehaus. Hübsche Strasse, hübsches Teehaus.

24:22

Wir fahren weiter an die Grenze zu Montenegro. Wasser ist immer gut. Deshalb fahren wir nun zum Rafting Kamp Rajska Rijeka.

Tara River Rafting ist nun angesagt. Gut, die Saison ist offiziel schon vorbei. Eine telefonische Anfrage und eine gute Portion Glück helfen weiter.

Zwei Leute aus Polen möchten auch gern mit dem Gummiboot den Tara Fluss runter schippern. Dann wären wir vier. Und so eine Fahrt mit dem Geländewagen möchten wir auch unternehmen. Ein paar Bilder der Anlage möchte wir auch gern fabrizeren und, und, und. Wir bezahlen so Sachen übrigens aus dem Produktionsgeld. Macht so Verhandlungen einfacher und wir müssen nichts tun was wir nicht wollen.

Die Outdoor Geschichte hier ist eine grosse. Und wir essen wunderbaren Fisch aus dem Fluss. Und sind dabei alleine, wo sonst knapp 400 Touristen essen können. Irgendwie geil das.

Ein Bild von einem Mann steuert uns den jetzt harmlosen Fluss runter. Rechts vom Fluss ist Montenegro. Im Frühling sollen wir wieder her kommen, da wäre die Geschichte dann etwas wilder.

Wir fahren in’s Gebirge. Nächste Ueberraschung ist der Fahrer.

Völlig tiefenentspannt fährt er uns und seinen Kollegen den Berg hoch. Wir geniessen die Höhe und die Erläuterungen von unserem kompetenten Führer. Ein schönes Stück Natur liegt hier rum und wir beenden diese Sendung gleich hier oben.

Wir küssen uns etwas, die Rückschau leitet über zum nächsten Land der Reise, und das ist Montenegro.