sei

hier unten am langen Strand und in der ganzen Provinz am leuchten. Nicht ganz so rot meint die Nachbarin vom weissen Bus, jener Bus mit dem Solarpanel seitlich am Hochdach. Wie clever ist das den eigentlich!

Andere Provinzen seien dunkelrot. Hier nicht. Hellers rot. Hell ist immer gut.

Was auch immer, wir kriegen eigentlich von der ganzen Situation nicht viel mit. Es sei denn wir grännen dauernd in den online Medien rum. Was wir nicht tun.

Wir stehen gerade in guter Nachbarschaft zum alten Deutz auf der anderen Seite vom Busch. Birgit und Klaus wohnen da.

Der alte Kahn gefällt mir äusserst gut. Auf 7.5 Tonnen abgelastet, praktische Wohnkabine, nix kompliziertes vorne im Maschinenraum und gekühlt nur mit Luft. Baujahr 1965.

 

Und Klaus ist ein wandelndes Lexikon in Sachen mobilen Fortbewegungsmitteln, seien es Lastwagen oder kleineres. Der Mann mit dem markanten Gesicht und den weissen Haaren hat mit dem alten Feuerwehrlastwagen einiges erlebt und man mag beim zuhören ziemlich Holz auflegen am Feuer. Praktischerweise macht er das auch gleich selber.

Buchstäblich alleine, bis auf Dachstock, Dach und Heizungsröhren-Spiegelschweissen, baute er eine Werkstatt, eine Halle und ein grosses Haus, alles gleich selber. 3 Jahre dauerte das.

Bedingung war bloss, dass um die 50 Oldtimer Motorräder und über 10 Oldtimer vom Ford A bis Lincoln Continental in den Federn hängend, eben dort einen guten Platz haben. Mit der Zeit ist da offenbar einiges zusammen gekommen.

Seit einiger Zeit ist unser Bus etwas schwer bis sauschwer angesprungen. Ich habe da einiges vermutet wo die Luft da wohl in die Dieselzuleitung rein zieht, hätte fast den Tank runter genommen um dort nachzusehen, aber aus purer Faulheit habe ich den Fehler bei einer simplen Kupferdichtscheibe unter der Entlüftungsschraube, oben am Dieselfilter gefunden. Der Rest der Dieselleitungen waren ja in Ordnung und bloss Tankentnahme oder eben diese Kupferscheibe blieben als Verdächtige zurück. Jetzt springt er wieder an, wie immer. Nämlich sofort.

In der Gegend steht ein ganz kleines Dorf. Ein Bahnhof mit zwei Geleisen stellen den Mittelpunkt dar. Der Bahnhof hat nur noch eine Türe die abgeschlossen ist, die anderen stehen offen. Der Bahnhof wird nicht mehr gebraucht. Am Bahnüberhang bimmelt es auch nicht mehr. Die Bahnlinie wurde vor einiger Zeit geschlossen.

Hauptattraktion im Dorf sind zwei Tavernen mit integriertem Einkaufsparadies. Das grösste aber, es hängen wohl so TV Geräte an der Wand, aber die bleiben erfreulicherweise leblos.

Ansonsten gibt es alles was man so braucht. Wein, Olivenöl und Scheisspapier, es ist also alles vorhanden.

Wir sind auch mal Wäsche waschen gefahren. Etwas weiter nördlich haben zwei junge Deutsche einen Treffpunkt für Reisende eröffnet. Da hat es auch Waschmaschinen und Trockner am Laufmeter.

Wir mögen grad nicht so viel rumfahren. Es ist lockdown oder sowas, man geht auf die Strasse wenn man muss.

Zur Entspannung etwas Meer. Die Strandskulptur hat Siegfried, der aus Berlin, gemacht. Er wohnt im blauen Bus auf der anderen Seite der Lichtung.

Caspar hängt faul im Bus rum. Lebhaft wird er auch regelmässig. Und wunderbarerweise hört er auf das Gesäusel meiner persischen Blume. Der Caspar läuft ihr die halbe Zeit hinterher, eine Augenweide die beiden.

Er hat hinter dem Bus den ganzen Baum und das Gestrüpp erobert, dann zwei weitere Baumgruppen auf der vorderen Seite vom Bus, ein ordentliches Stück Strand und Grasland sind auch schon umgegraben. Der Racker bleibt bei uns. Den geb ich nicht mehr her.