Wir

fahren dann mal vom Hügel mit den historischen Mauern runter, biegen links ab und schauckeln uns zum Fährhafen weiter, diesem da in Chania. Den finden wir dann auch mal und parkieren schludrig vor das Kassahäuschen. Ich steige dann doch aus.

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Es sind drei Schalter offen, hinter jedem dieser Fenster sitzen zwei Damen und ein Herr. Mich zieht es zu der Dame am linken Schalter hin. Dort zeige ich ihr die Ticketnummer und sie meint, es sei wohl reserviert, aber nicht bestätigt. Nun ja, ist also doch was schief gelaufen mit der Umbucherei.

Was soll’s. Wir haben genug Zeit bis der Dampfer ablegt. Wir einigen uns, dass ich jetzt nicht der Agentur anrufen kann, weil keine solches Anrufegerät vorhanden ist bei mir, ab 1700 Uhr sicher niemand mehr abnimmt und überhaupt. Sie, jetzt sind es schon alle drei, werden sich drum kümmern. Derweil solle ich doch warten. So richtig weggehen da wollen wir eh nicht. Vielleicht müssen wir ja bleiben.

Meine persische Blume steht gerade davor zum persischen Tiger zu mutieren, wenn nicht endlich was gegessen wird. Wir tun das sofort. Curry, sehr scharf. Super um auf dem Dampfer rumzufurzen. Wirklich also.

Die Ticketsache wird dann etwas weniger heiss gegessen und alles ist dann grad in Ordnung. Wir starten den Diesel und fahren die Stahlplatten hoch in den Bauch der Fähre. Und dort warten wieder alle von der gleichen Mannschaft, auch der fleissige Winker ist wieder da. Doch diesmal trickse ich ihn aus. Bevor er zuviel winken kann, hab ich schon fast parkiert.

Wir sind dann mal da und fahren auf das Deck Nr. 7 hoch und flätzen uns auf eines der weichen Sofas. Und schauen traurig ein paar grosse Bullaugen an.

Auf Instagram hat es so eine 24 Stunden Funktion, es können 15 Sekunden Film hochgeladen werden. Nach 24 Stunden ist es wieder weg. Wir entschliessen uns das zu machen solange wir noch Internetverbindung haben und verfassen einen verzweifelten Abgesang. Sie lächelt etwas während ich fasziniert in die Kamera rein schaue.

Dann fährt das Schiff ab und wir mit. Ende Kreta. Wir schlafen uns langsam weg. Da die persischen Mädels auf Instagram immer alles wissen wollen, machen wir noch eine weitere 24 Stunden Sache, diesmal mit den Sofas drauf. So reist es sich mit Deckpassage.

Nach Ankunft in Piräus fahren wir dann sofort weiter nach Patras. Die Strassenbauer sind alle vom Winterschlaf zurück und bauen was das Zeugs hält. Der Diesel zieht gerade kein Kühlwasser, ich fahre was das Zeugs hält um rechtzeitig im nächsten Hafen anzukommen.
Und ich konnte nicht anders, als einen ollen 1970er B-Movie Sound unter die Bilder zu legen. Nur so kommt die schiere Verzweiflung, die Griechen zu verlassen, auch gesund rüber.

Dann waren wir in Patras. Bereit auf die nächste Fähre zu hüpfen. Da viel zu früh da, lümmel wir etwas in der Gegend rum.