weil

wir an diesem schönen Morgen noch etwas rumdödeln. Ich hab noch nie einen Flieger verpasst. Diesmal wird es vermutlich das erste mal sein. Voll peinlich das. Ich check mal die Borardingzeit, immer noch auf dem Balkon sitzend. Wir hätten seit einer Stunde schon im Zug unterwegs sein müssen, wollen wir nicht den Flug verpassen. Etwas vor elf Uhr schaffen wir es endlich zum Bahnhof. Schönes Gebäude, aber grad keine Zeit zum bewundern. Der Zug fährt knapp sofort jetzt grad ab.

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Die Fahrzeit beträgt etwa 30 Minuten, was heisst, das Boardinggate wäre schon geschlossen wenn wir ankommen und noch 15 Minuten zum Abflug. Wir steigen trotzdem in den Zug ein, so ist der Mensch. Nicht aufgeben. Und suchen uns einen strategisch günstigen Platz, nicht zum fahren, sondern zum aussteigen. Vor den Türen stehen Familien aus Indien oder sonst wo her, auf jeden Fall von dort wo man den Haushalt für 10 Tage Europa mitnimmt, also mit endlos vielen Koffern. Wir laufen solange durch den Zug bis wir einen Platz finden wo der Ausstieg innert Sekunden zu machen wäre.

Viel zu langsam rattert der Zug über die Öresundbrücke. Sehr viel zu langsam. Wir machen es dann doch noch zum Flughafen und rennen raus. Finden auf Anhieb die Durchleuchtungs- und Röntgenstelle und da steht eine Masse Menschen davor. Ohne weiteres zutun leiten uns zwei Röntgentechniker durch die fastline. Wir würden das locker schaffen, meint die Dame. Der Flughafen sei nicht gross. Die kennt Basel nicht. Der ist schnuggelig klein.

Wir rennen wieder weiter, noch ist nichts verloren. Die Duty Free Zone ist riesig. Ein massives Hindernis. Da müssen wir durch. Unser Gate ist jenes am weitesten entfernt. Wie immer. Ich spüre wieder meinen Arschmuskel, von der Tanzerei immer noch etwas steif, grad nicht in Laune zum rennen.

Endlich beim Gate 6 angerannt, stehen wieder eine Menge Leute davor, der Abflug ist verspätet und wir grad richtig.

Wir fliegen zurück in das Alpenland, fahren Zug, packen im Atelier ein paar Sachen zum arbeiten ein, wecken den Bus auf und verziehen uns in die Pampas.

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