und

habe das Kommando über diesen Bus vor ein paar Tagen übernommen.

Eigentlich bin ich ja ein Städter und in Patras von einer namenlosen Mutter auf die Welt gesetzt worden. Den Vater habe ich nie gesehen.

Es war nicht gerade einfach für uns in den Strassen dieser Stadt, aber hier in Griechenland werden Obdachlose immerhin von den Menschen gefüttert.

Zoey ist eine von denen, sie ist eine nette Menschenfrau die eigentlich in Singapore aufgewachsen ist und hier in der Stadt einen eigenen Kater gefunden hat. Die hat mich dann mal aufgelesen, gewaschen und mir regelmässig mein Essen gebracht. Wir waren ganz viele an diesem Platz.

Dann musste ich zu so einem ollen Onkel mit Kittel und der spritzte mir allerhand Zeugs unter das Fell. Das sei gut für mich, sagten sie.

Eines Tages haben mich die Menschen um Zoey in ihr mondänes Auto verfrachtet und sind lange damit gefahren. Auf einem Hinterhof musste ich dann das Auto wechseln und zwei andere Augenpaare haben mich völlig entzückt angesehen.

Das Auto das diese zwei aber fahren ist eine Rumpelkiste und damit sind wir wieder lange gefahren. Und dauernd hat die mit den längeren Haaren den Clown gemacht. Der andere, der Haare im ganzen Gesicht hat, hat so gut er kann, die Kiste gesteuert. Es war schon lange nach der Sperrstunde für die Menschen hier und deshalb ist er wohl über Landstrassen gefahren. Endloses auf und ab und links und rechts, statt über die Autobahn, hat er die Kiste gelenkt. Und immer scheppert es irgendwo in den Schränken wenn er wieder alle Löcher auf der Strasse fand.

Ich bin dann mal eingeschlafen und am nächsten Tag schau ich zu den Fenstern raus und da stehen die beiden wieder und glotzen mich an. Sie sprechen auch eine Sprache die ich nicht verstehe und tun so als wäre ich noch ein kleines Kind. Ich bin schon fünf Monate alt, sie könnten das gerne berücksichtigen.

Immerhin kümmern sie sich um mein Essen und sind eigentlich ja recht zutraulich. Ich musste dann mal kacken und erfreulicherweise haben die beiden mir eine Kiste zurecht gemacht. Verstohlen haben sie mir zugesehen. Das Futter ist das gleiche wie bei Zoey. Immerhin das haben sie begriffen.

So gegen Nachmittag haben sie mir eine Leine angebunden und wollten mir das Meer zeigen. Es war eine Frage von Sekunden und ich schlüpfte aus dem Geschirr und setzte mich dann mal in ein Gebüsch neben dieser ollen Schlotterkiste ab, um endlich etwas Schlaf und Ruhe zu kriegen. Die beiden Esel haben mir das Geschirr falsch rum angezogen.

Da wurden die beiden ganz anders und endlos haben sie mich mit rufen und sonst so Schischi belästigt. Die mit den längeren Haaren wurde ganz traurig. Der Bartli hat mir dann mein Essen vor das Gebüsch gestellt und auch so einen Tragkorb. Ich habe erstmal weiter geschlafen. Plötzlich weckt mich die Stimme von Zoey aus Patras. Und auch Stimmen von anderen Strassenkatzen die ich aus Patras kenne. Wie die beiden aus dem Bus das hingekriegt haben weiss ich nicht. Aber irgendwie hängt die Sache mit den Stimmen mit einer kleinen Dose zusammen. Die hatte der Bartli im Korb versteckt.

Die Sonne war schon über den Zenith gewandert und ich verspürte wieder Hunger. Also bin ich essen gegangen. Da hockt doch der mit dem Bart neben meinem Essen und schaut mich an. Schmeichelt mir die ganze Zeit und ich bin voll in die Falle getappt. Er packt mich so wie meine Mutter das immer gemacht hat und schleift mich zurück in den Bus.

Nun gut, bin ich also wieder da. Ich brauche noch etwas Zeit um die beiden zu erziehen, der Anfang war ja mal nicht schlecht.

Sie lesen mir meine Wünsche von den Augen ab und kraulen mir mein Fell schon ordentlich gut. Aber es ist noch ein langer Weg bis alles passt. Schlafen tun die beiden unter dem Dach. So eine Stunde bevor die Sonne aufgeht hüpfe ich hoch um sie zu wecken. Dann steigt der Bartli runter und werkt im Bus rum, gibt mir endlich mein Essen, ich geh dann mal kacken, das räumt er sofort weg und schaut mich mit Wonne an. Damit er nicht so einsam ist hüpfe ich zu ihm hoch und schnurre bis er aufgibt mich zu kraulen. Er tippt auch dauernd auf einem silbernen Kasten rum und tut dabei wichtig.

Seine Gefährtin verrenkt sich derweil draussen auf einer Matter die Beine. Es sind eigenartige Menschen die beiden. Den ganzen Tag über tun sie irgendwas, was mir keinen Sinn macht und wenn es dunkel wird werden sie müde davon. Der Bartli spricht auch dauernd mit einem Griechen der jeden Tag herkommt, dann lachen die beiden und tauschen Münzen gegen Flaschen aus. Der Grieche wirft immer eine lange Schnur ins Meer, dann sehen die beiden der Schnur etwas zu und nie passiert was.

Gestern Abend haben ein paar dieser Menschen die in so Kisten wohnen, ein Feuer gemacht. Dann sind die drum rum gehockt und taten so als hätten sie die Weisheit mit Löffeln gefressen.

Ich weiss nicht so recht ob ich bei den beiden bleiben will. Immerhin könnte ich wieder zurück in die Stadt, das haben die ausgehandelt. Ich seh jetzt mal den beiden hier zu ob sie wirklich zu was taugen, dann entscheide ich.

Das Futter ist ja das selbe und die Kiste zum rein kacken auch. Aber ob ich wirklich rumreisen will, das entscheide ich noch immer selber.