ist

angesagt. Wir  haben ja neuerdings Zeit für so Sachen. Eines haben alle Häuser hier in der Gegend gemeinsam, wirklich alle Häuser. Sie sind nie fertig.

Nicht diese Hütte hier,

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oder diese hier.

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Sie werden nie ganz fertig gebaut. Hat nichts mit den Steuern oder sonstwas zu tun. Ist einfach so hier.

Die nächsten zwei Wochen verbringe ich damit ein nettes Haus zu zeichnen. Für so Anwendungen gibt es Software, ich benutzte Life Home 3D. Die kostet ein paar Kröten und damit lässt sich im Handumdrehen etwas zeichnen. Es geht nicht drum hier Pläne für den Baumeister zu zeichnen, sonder den Schwiegereltern zu zeigen wie was ausschauen täte. Der Arbeitsplatz ist ja schon mal schwer in Ordnung.

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Das tu ich dann, das etwas zeichnen und ausmessen und in der Gegend rumlatschen und sehen wo und wann die Sonne aufgeht und wir machen Löcher im Baugrund um festzustellen, nach einem Meter graben gehts hart weiter, es liegt Fels drunter. Bingo.

Solche Häuser sind wir uns auch ansehen gegangen. Das sind fertige Häuser, die werden vor Ort dann fertig geschweisst und finito. Das hat uns etwas weniger gepasst.

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Ich finde den Hausplatz recht praktisch gelegen. Hinter dem Haus lockt diese Aussicht.

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Und vor dem Haus dann diese hier. Und eigenes Wasser hat es auch.

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Gleichzeitig pflanzen wir 1200 Bäume. Die Leute vom Dorf sind gar nicht begeistert. Etwa die Hälfte der Bäume reissen sie eines Nachts wieder aus. Und schmeissen die Stecklinge irgendwo hin.

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Menschen die Bäume ausreissen, sind irgendwie nicht ganz gebacken. Ähnlich sind Städteplaner die immer noch ganze Plätze zubetonieren und mittendrin einen einzigen Baum stehen lassen.

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Das alles begeistert uns dann auch eher weniger. Es gibt zwei Möglichkeiten, entweder knallt man dem Dorfmacho einen an die Rübe oder baut einen Zaun. Da der Zaun doch recht lang und teuer würde, entscheiden wir uns dann für eine dritte Möglichkeit. Die Bauarbeiten sollen die vom Dorf ausführen. Das ist klüger so. Es wird zwar seine Weile dauern und jeden Tag muss einer der Bauherschaft dabei sein, sonst wird das Haus nie fertig.

Geplant habe ich ein einstöckiges Gebäude mit Satteldach, nach Süden ausgerichtet. Das wird nun gebaut, allerdings nicht bodeneben, sondern auf einem massigen Betonsockel der auch gleich als Parterre Geschoss dient. Würde mich nicht wundern wird da Nato Stacheldraht drum rum gezogen. Aussehen tut das Teil dann mal wie ein Burgturm mit Bungalow oben drauf.

Ich will nicht despektierlich wirken, aber in grossen Teilen ist die Landbevölkerung doch etwas speziell, auch in der hiesiegen Gegend. Und immerhin haben sie damals das Haus der Familie meiner Blume abgerissen um damit ihr Dorf zu bauen. Bloss die Pferdeställe sind noch übrig und die verfallen auch langsam.

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Wir wollen aufbrechen und uns mal so eine Moschee von innen ansehen gehen. Das tun wir dann in Ghom, der Hauptstadt der Provinz Ghom. Die Stadt hat knapp 1.3 Millionen Einwohner und ist eine der heiligen Städte der Schiitten.