muss

man sich erwandern. Nun gut, weit vom Übernachtungsplatz sind die Steinhaufen nicht. Luftlinie sind es bloss 1.5 km. Zu Fuss kraxelt man über spitze Felsen, findet man den Wanderweg nicht.

Wer war damals grad am Ruder der Weltgeschichte?

Justinian war das und er war wohl der bedeutendste Herrscher der Spätantike. Er verantwortete die Transformation des antiken Roms zum Byzantinischen Reich des kommenden Mittelalters. So hat er auch die Schließung der neuplatonischen Philosophenschule in Athen 529 verantwortet und das altrömische Amts des Konsuls im Jahr 542, abgeschafft. In diese Gegend allerdings, hat er nie einen Fuss hingesetzt. Warum auch.

Die Anlage befindet sich auf einer Landzunge welche Tigani heisst. Im Südwesten der Mani an der Bucht von Mezapos gelegen. Die Anlage wurde mit einiger Wahrscheinlichkeit im 6. Jahrhundert erbaut. Von dieser kleinen byzantinischen Stadt sind bloss noch ein paar Grundmauern übrig geblieben. Die Zeit, Erdbeben und mangelnde strategische Bedeutung haben die Geschichte hier nach nur 100 Jahren beendet. Es sind keine weiteren Ausbauten ersichtlich. Kämpft man sich durch das Gebüsch ist bis auf die Kirche nicht viel zu sehen. Schaut man von oben runter zeigt sich ein anderes Bild. Tatsächlich sieht man die Strukturen einer kleine Stadt im Gebüsch.

Bevor man auf das Plateau hochkommt geht der Weg über Stock und Stein, erst die letzten paar Meter lang, wurden Stufen in den Fels gehauen. Eigenartig das.

In der mitte vorne der Eingang, rechts ein Stück Turm. Eigentlich bloss ein Winkel an den Felsen ran gebaut.

Die Landzunge ist ein schmaler und niedriger felsiger Landstreifen mit einer Länge von 1700 Metern im Meer, wie der Griff einer Pfanne. Und die vier Kilometer entfernt liegt Mezapo.

Die Stadt befindet sich in einer natürlich befestigten Position auf einem fast runden und steilen Felsen, 50 m hoch von der Meeresoberfläche, der an drei Seiten vom Meer umgeben ist, während es ziemlich weit vom nahe gelegenen felsigen Ufer entfernt ist.

Die Anlage wurde als die Burg von Maine bekannt, was überhaupt nicht gesichert ist. Der Name Maini existierte bereits als Diözese und als Burg, aber es scheint, dass eine andere, fränkische Burg der gesamten Region den Namen Mani gab. Diese Anlage hier weist keine fränkischen Merkmale auf.

Einige Zisternen dieser Stadtburg und Teile der Mauern sind erhalten. Was auch immer da mal stand, hinlaufen und sich das ansehen lohnt sich. Wer solches Zeugs mag.

Eine der Zisternen liegt unter dem Boden der Kirche, damals von Steinplatten verdeckt. Die Breitseite einer der Aussenmauern ist da reingefallen. Hat wohl mal einen ordentlichen Stoss gegeben im Erdgebälk.

Mich wundert, dass solche Säulen und Töpfe nicht schon lange abtransportiert wurden und irgendwo in einer Villa am Schatten stehen. Schön steht das Zeugs noch hier rum. Der Steinbruch dazu ist etwa 8 km weit weg. Sind aber nicht hin gefahren.

Gemauert wurde etwas so, immer wieder ein gebrannter Lehmriegel drin.

Etwas Fussboden ist auch erhalten.

Was mich weiter wundert, wo ist der Hafen an der Landzunge. Nirgens kann man anlegen. Überreste einer Anlegestelle habe ich auf die Schnelle nicht gefunden. Und war diese Landzunge damals bewaldet? Man wird das Baumaterial ja wohl nicht da runter getragen haben.

Blickt man Landseitig runter, die Reste der Befestigungsmauern liegen als langer Haufen dar. Ein Teil davon ist noch erhalten.